Profil
Friedrich
Mein Großvater Friedrich war Schmiedemeister.
Nach den Erzählungen meiner Mutter und meiner Oma war er ein gutmütiger Mann mit unglaublich kräftigen Armen.
Er beherrschte sein Handwerk, wurde gebraucht und hatte seinen Platz.
Seine Dorfschmiede hatte bereits sein Vater aufgebaut. Es war mehr als ein Betrieb.
Es war Lebenswerk, Identität und der Platz der Familie im Dorf.
Dann änderte sich die Welt. Wagenräder und Ackerpferde verschwanden.
Die Schmiede wurde nicht mehr gebraucht.
Friedrich verlor seinen Betrieb. Und mit ihm seine Aufgabe und seinen Handwerkerstolz.
Daran ist er zerbrochen. Er wurde nur 53 Jahre alt.

Friedrich 1930 vor der Lehrschmiede in Hannover (zweite Reihe, dritter von links)
Warum ich tue, was ich tue
Ich habe ihn nicht kennengelernt. Aber ich kenne seine Geschichte.
Und ich habe im eigenen Umfeld erlebt, was es mit Menschen macht, wenn sie ihre Arbeit verlieren und nicht wissen, wie es weitergehen soll.
Als ich Chef wurde, hing dieses Foto viele Jahre in meinem Büro. Nicht als Dekoration, sondern als Warnung und als Auftrag.
Denn hinter jeder Kennzahl stehen Menschen. Hinter jeder Fehlentscheidung Familien.
Und hinter jedem Zögern oft verlorene Zeit, verlorenes Geld und verlorene Arbeitsplätze.
Deshalb tue ich, was ich tue.